Die Nachricht, dass Leineschafe bei Relliehausen durch Wölfe angegriffen und getötet worden sind, hat alle sehr berührt. Die SPD Dassel möchte im Rahmen der kommunalen Handlungsmöglichkeiten den Herdenschutz und die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) unterstützen. Daher soll die Hundesteuersatzung der Stadt Dassel geändert werden, damit für Herdenschutzhunde und Jagdhunde mit nachgewiesener Brauchbarkeitsprüfung keine Steuer an die Stadt Dassel entrichtet werden muss. 

Panikmache oder die Natur in „Gut“ und „Böse“ einzuteilen, um mit Emotionen parteipolitische Vorteile zu erlangen, betrachtet die SPD nicht als fach- und sachgerechte Politik. Zur Natur gehören in Mitteleuropa genau wie in großen Teilen Süd-, Ost- und Nordeuropas auch Wölfe und Luchse. Auf dem Gebiet der Partnerstadt Möckern lebt man seit Jahren mit Wölfen in der Nachbarschaft. Allerdings ist die Weidetierhaltung in den Sollingtälern notwendig, damit die Kulturlandschaft mit ihrer Artenvielfallt erhalten bleibt. Ohne Weidetierhaltung würden die Täler im Solling durchgehend bewaldet sein. 

Im hügelig bis bergigen Bereich des Sollings stellen Schutzzäune für Nutztiere häufig kein geeignetes Mittel dar. In einer abschüssigen Hanglage können Zäune vom Wolf leicht übersprungen werden. Daher sind Herdenschutzhunde eine bewährte Möglichkeit, die in anderen bergigen Regionen seit Jahrhunderten erfolgreich umgesetzt wird. Auch in unserem Bereich haben sich Weidetierhalter bereits Herdenschutzhunde angeschafft. Dies stellt für die betroffenen Landwirte eine zusätzliche finanzielle Belastung dar. Die SPD Dassel wird sich dafür einsetzen, dass die Anschaffung und Haltung von Herdenschutzhunden in den betroffenen Gebieten gefördert werden. Nach Auffassung der SPD Dassel ist dies besser als hinterher Entschädigungen für gerissene Weidetiere zu zahlen.

Ohne die Bejagung der Wildschweine kann die ASP für die Landwirtschaft zur existenzgefährdenden Seuchengefahr werden. Die SPD-Fraktion setzt sich auch für die Befreiung von der Hundesteuer für Jagdhunde mit nachgewiesener Brauchbarkeitsprüfung ein. Ob bei Nachsuchen auf verletzte Wildtiere oder bei notwendigen Jagden auf Wildschweine zur Bekämpfung der ASP werden im Interesse der Allgemeinheit gut ausgebildete Jagdhunde für eine tierschutzgerechte Jagd dringend benötigt.

Die Haltung und die langjährige Ausbildung der wichtigen vierbeinigen Jagdhelfer und Herdenschutzhunde ist kostspielig und erfordert viel Engagement durch die Hundehalter. Daher wird die SPD Dassel die Änderung der Hundesteuersatzung der Stadt Dassel beantragen.