SPD Dassel fordert Ausbau des Bereitschaftsdienstes - Sicherstellungsauftrag durch KVN
Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und damit eine Selbstverwaltung der Ärzteschaft. Die KVN hat den gesetzlichen Auftrag die ärztliche Versorgung flächendeckend sicherzustellen. Spätestens die Schließung der Bereitschaftspraxis in Einbeck macht deutlich, dass die KVN diesem Auftrag nach Auffassung der SPD Dassel im ländlichen Raum nicht mehr gerecht wird.
Die SPD Dassel erinnert an die Zeiten, da die Hausärzte regionale Bereitschaftsdienste organisiert hatten. Dies hat die KVN untersagt und zentrale Bereitschaftsdienste installiert, da die Nachbesetzung von Praxen wegen des Bereitschaftsdienstes im ländlichen Raum nicht mehr gut möglich sei und eine zentrale Bereitschaft in Einbeck die Leistung vor Ort verbessert. Tatsächlich gönnte man den Arztpraxen, die damals einen intensiven Bereitschaftsdienst angeboten haben, nicht den „Griff“ in den Budgettopf und wollte dies „wirtschaftlicher“ organisieren. Die Schließung der Bereitschaftspraxis in Einbeck zeigt, dass der Weg der KVN gescheitert ist. Es scheint, dass wegen interner Budgetverteilungskämpfe die Bereitschaftsdienste - die nie wirtschaftlich sein können – jetzt weiter ausgedünnt werden. Die SPD Dassel hält es aber für unabdingbar, dass die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu allen Zeiten in einem angemessenen Rahmen sichergestellt wird.
Die Erfahrungen der SPD Dassel zeigen folgende Probleme.
1. Die Rufnummer für den Bereitschaftsdienst 116117 ist oft gar nicht zu erreichen.
2. Das Engagement in den zentralen ärztlichen Bereitschaften ist im Vergleich zu den früheren Wechselbereitschaften der Ärzte vor Ort nicht sehr ausgeprägt.
3. Gerade an Wochenenden oder nach 19:00 Uhr gibt es keinen öffentlichen Personennahverkehr in Dassel (ohne Auto kein Zugang zum Bereitschaftsdienst).
Die SPD Dassel lädt die Verantwortlichen der KVN gern einmal ein, um am eigenen Leib zu erfahren, wie schwierig es in Randzeiten ist, den Bereitschaftsdienst zu erreichen.
In der Folge wird dann oft der Rettungsdienst gerufen. Das ist für die Gesellschaft wesentlich teurer als ein funktionierender Bereitschaftsdienst. Hier sind die erhöhten Aufwendungen für den Landkreis Northeim sehr deutlich in Erinnerung.
Auch der Einplanungsbereich der KVN für die Hausärztliche Versorgung wurde von der SPD Dassel bereits kritisiert. Es ist für Dassel nicht sachgerecht, dass im Einplanungsbereich die Städte Dassel, Einbeck und Gandersheim zusammengefasst worden sind. Die bedeutet mittel- bis langfristig, dass sich Arztpraxen am Sollingrand nur schwer wieder besetzen lassen, weil ja z.B. in Gandersheim genügend Hausärzte vorhanden sind.
Grundsätzlich ist die Selbstverwaltung eine gute Sache. Wenn die Selbstverwaltung aber nicht mehr den gesetzlichen Auftrag wie z.B. die Bereitschaftsdienste erfüllt und aus wirtschaftlichen Gründen den ländlichen Raum benachteiligt, hält die SPD Dassel ein staatliches Eingreifen für notwendig.